Der Adventskalender 2025 für Führungskräfte

24 Tipps für deinen erfolgreichen Start in die erste Führungsrolle

⭐️ 16. Dezember ⭐️

Heute: Kommunikation für Führungskräfte, Teil 4/4

Klar kommunizieren

In den letzten Tagen hatten wir uns die Kommunikationstreppe mit all ihren Tücken und Sollbruchstellen angesehen, wir haben uns über das aktive Zuhören und über die wichtigsten Fragetechniken unterhalten.

Heute ändern wir die Perspektive: Jetzt geht es darum, wie du sprichst, welche Botschaften du sendest.

Denn so gut du auch zuhören und fragen kannst: Wenn deine eigenen Botschaften unklar sind, entstehen jede Menge Missverständnisse.

Nun ist das mit der klaren Kommunikation erfahrungsgemäß gar nicht so einfach. Viele Führungskräfte wollen nicht „zu hart“ rüberkommen, niemandem auf die Füße treten. Die Folge: Sie drücken sich unklar aus und wundern sich dann, dass es nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt hatten.

Deshalb möchte ich dir heute drei Stellschrauben zeigen, mit denen du klar und wertschätzend zugleich kommunizieren kannst.

1. Beobachtungen statt Bewertungen kommunizieren

Viele neigen zu wertenden Aussagen, z. B. „Die Stimmung im Team ist schlecht“ oder „Du bist unzuverlässig geworden in der letzten Zeit.“

Vorsicht, Falle: Solche Sätze lösen schnell Widerstand aus, weil der andere sich schnell angegriffen fühlt.

Klarer ist es, wenn du deine konkreten Beobachtungen mitteilst, also statt „Du bist unzuverlässig“ sagst: „Mir ist aufgefallen, dass du in der letzten Woche dreimal später zur Schicht gekommen bist.“

Diese Aussage ist überprüfbar, dein Gegenüber wird also verbal oder nonverbal zustimmen. Damit hast du die erste Hürde für das weitere Gespräch genommen: Er oder sie geht nicht gleich in die Verteidigung, sondern hört dir erst einmal zu – und genau darum geht es ja zunächst 😉

 

2. Konkrete Aussagen machen

Hast du schon mal Sätze gehört wie „Wir sollten da mal draufschauen“, „Das müssten wir verbessern“ oder „Kannst du dich mal darum kümmern“?

Das klingt zwar nach Führung, aber diese Sätze sind so unkonkret, dass am Ende keiner weiß, wer was bis wann tun soll. Sie stiften damit mehr Chaos als Nutzen, das geht deutlich besser 😎

Mein Tipp: Werde so konkret wie möglich. Hier ein paar Beispiele:

„Bitte setze dich zum Thema Reklamationen mit jemandem von der Qualitätssicherung zusammen und gib mir bis heute 14 Uhr kurz Rückmeldung.“

„Lass uns morgen in der Frühschicht 10 Minuten einplanen, um das Anlaufproblem an Linie 2 gemeinsam durchzugehen.“

„Bitte mach mir bis Mittwoch drei Vorschläge, wie wir die Übergabe zwischen der Früh- und der Spätschicht so verbessern können, dass weniger Infos verloren gehen. Das möchte ich dann in unserem Jour fixe am Donnerstag mit dir besprechen.

Damit wissen deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was du konkret willst und können entsprechend liefern.

Damit steigerst du die Verbindlichkeit in eurer Zusammenarbeit, was sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Arbeitsatmosphäre sehr positiv beeinflussen wird.

 

3. „Positiv“ kommunizieren: Sag, was du wirklich willst und meinst

Machen wir ein kleines Experiment: Denke jetzt mal nicht an einen rosa Elefanten!
An was hast du gerade gedacht? Wahrscheinlich an den berühmten rosa Elefanten (und nicht an den blauen, an den du von mir aus jetzt hättest denken sollen), nicht wahr?

Der Grund dafür ist ganz simpel: Unser Gehirn kann Verneinungen nicht gut verarbeiten. Die Negation wird erst im Nachhinein zur Aussage hinzugefügt, streicht sie sozusagen nachträglich durch.

Daraus leitet sich folgender Tipp für deine Kommunikation ab:

Sätze wie „Nicht nach rechts“ sind nicht hilfreich, denn dann bleibt bei den meisten Leuten genau das „rechts“ hängen, das du nicht willst – außerdem können sie ja nicht ahnen, wohin es sonst gehen soll. Nach links, geradeaus, zurück?!

Deshalb mein Tipp: Formuliere „positiv“, welches Verhalten du sehen willst, beispielsweise „Stell die Paletten bitte nach links, bündig an die Markierung“, „Schaltet bitte euer Handy auf lautlos während der Besprechung“ oder „Tragt eure Punkte bitte bis Mittwoch ins Miro-Board ein“.

Damit reduzierst du den Raum für Fehlinterpretationen und erhöhst die Qualität der Zusammenarbeit durch die Klarheit und die Sicherheit, die du mit solchen Aussagen schaffst.

 

 

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