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24 Tipps für deinen erfolgreichen Start in die erste Führungsrolle

⭐️ 22. Dezember ⭐️

Heute: Selbstführung und Resilienz, Teil 2/4

Gestern hatten wir über die Bedeutung von Zielen für die erfolgreiche Selbstführung gesprochen.

Wenn du deine Ziele identifiziert hast und sie verfolgst, wirst du schnell feststellen, dass deine Zeit und deine Energie sehr begrenzt sind. Mit anderen Worten: Wenn du dich für irgendetwas entscheidest, idealerweise für deine eigenen Ziele, entscheidest du dich gleichzeitig gegen viele andere Ziele und Optionen. Um deine Kräfte sinnvoll und vernünftig einzusetzen, musst du dich gut gegen viele Anfragen, Bitten und Aufträge abgrenzen, musst lernen, auch mal „Nein!“ zu sagen.

Genau damit tun sich erfahrungsgemäß viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen schwer (Erziehung, Glaubenssätze, Angst vor Ablehnung oder Konflikten), dabei ist es genau genommen gar nicht so schwer, sich ebenso klar wie freundlich abzugrenzen und professionell Nein zu sagen.

 

Drei gute Gründe, auch mal „Nein!“ zu sagen

1. Nein sagen schützt dich vor Überlastung
Du schonst deine physischen und psychischen Ressourcen und kannst deine Zeit und deine Kraft viel gezielter einsetzen. Damit sicherst du auch langfristig deine Gesundheit, deine Leistungsfähigkeit und die Qualität deiner Arbeit.

2. Nein sagen hilft dir, dich zu fokussieren
Du gewinnst mehr Zeit und Energie für die Verfolgung deiner Ziele und Hauptaufgaben. Dadurch bekommst du etwas mehr Abstand zum „alltäglichen Wahnsinn“ und kannst Entscheidungen klarer, schneller und gelassener treffen.

3. Nein sagen stärkt dein Selbstwertgefühl und dein Standing
Wenn du ab und zu auch mal Nein sagst, zeigst du dir und deinem Umfeld, dass auch deine eigenen Ziele, Aufgaben und Bedürfnisse wichtig sind und dass deine Hilfsbereitschaft und deine Unterstützung keine Selbstverständlichkeit, sondern ein bewusstes Entgegenkommen deinerseits sind.

 

Nun macht bekanntlich der Ton die Musik, natürlich solltest du dein Nein auf eine für den anderen akzeptable Art kommunizieren. Dafür hat sich die Formel INGA bewährt, die ich dir hier kurz vorstellen möchte:

 

I – Input spiegeln: „Du möchtest, dass ich spontan am Meeting um 15 Uhr teilnehme?“

N – Nein sagen: „Ich fürchte, das schaffe ich nicht“

G – Grund nennen: „Da bin ich zur Einarbeitung mit der neuen Trainee verabredet“.

A – Alternative aufzeigen: „Du könntest vielleicht Martha fragen, die ist mit dem Thema bestens vertraut“.

 

Du siehst: Letztlich geht es beim Thema Nein sagen darum, deine eigenen Bedürfnisse nicht zu oft oder zu sehr zu vernachlässigen und gleichzeitig deinem Gegenüber dein „Nein!“ auf „anständige“, nachvollziehbare Art und Weise zu kommunizieren. Um einem möglichen Missverständnis an dieser Stelle gleich vorzubeugen: „Nachvollziehbar“ heißt, dass der oder die andere den Grund für deine Ablehnung inhaltlich akzeptieren muss – es reicht also beispielsweise völlig aus, wenn du z. B. sagst, dass du etwas aus Zeitgründen nicht kannst oder etwas nicht tun möchtest, dass du dich nicht wohl dabei fühlst. Meine Empfehlung: Achte darauf, dich nicht zu rechtfertigen („Tut mir ja sooo leid, ich würde ja so gerne, aber ich muss noch ganz dringend dies und das…“). Wichtig ist, dass du stets auf Augenhöhe kommunizierst, so dass ihr beide emotional „fein“ aus dem Gespräch gehen könnt: Dein Gegenüber fühlt sich trotz deiner Absage in seinem Anliegen verstanden und respektvoll behandelt, du hast dich professionell abgegrenzt und kannst deine Energie voll und ganz deinen Aufgaben und Zielen widmen.

 

Das klingt nun alles sicher ganz leicht, ist im Alltag aber gar nicht immer so einfach. Deshalb schlage ich dir folgende Praxisübung vor:

Überleg dir zwei oder drei Situationen aus der Vergangenheit, in denen du Nein sagen wolltest, aber trotzdem Ja gesagt hast.

Bearbeite diese Situationen dann mit der INGA-Formel. Dann bist du auf ähnliche Situationen in der Zukunft besser vorbereitet und kannst souveräner reagieren…

 

 

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